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eGPU Glossar

Alle wichtigen Fachbegriffe rund um externe Grafikkarten, Thunderbolt, USB4 und OCuLink – verständlich erklärt.

B

Bandbreite

Die maximale Datenübertragungsrate einer Verbindung, gemessen in Gbps (Gigabit pro Sekunde). Thunderbolt 4 bietet 40 Gbps, Thunderbolt 5 bis zu 80 Gbps und OCuLink 64 Gbps. Je höher die Bandbreite, desto weniger Performance verliert eine eGPU gegenüber einer Desktop-Installation.

BIOS

Basic Input/Output System – die Firmware eines Computers, die beim Start geladen wird. Bei Mini-PCs mit OCuLink muss manchmal im BIOS die PCIe-Anbindung aktiviert oder konfiguriert werden, bevor eine eGPU erkannt wird.

D

Daisy Chain

Eine Technik, bei der mehrere Thunderbolt-Geräte hintereinander verbunden werden. Zum Beispiel: Laptop → eGPU Dock → Monitor → Festplatte. So reicht ein einzelner Thunderbolt-Port am Laptop für mehrere Geräte. Bis zu 6 Geräte sind in einer Kette möglich.

DisplayPort Alt Mode

Ein Modus, der es erlaubt, ein DisplayPort-Signal über einen USB-C-Anschluss zu übertragen. Viele USB-C Docks nutzen DisplayPort Alt Mode für die Videoausgabe. Nicht zu verwechseln mit Thunderbolt, das deutlich mehr Bandbreite bietet.

DLSS

Deep Learning Super Sampling – eine KI-basierte Upscaling-Technologie von NVIDIA. DLSS nutzt maschinelles Lernen, um Bilder in niedrigerer Auflösung zu rendern und dann hochzuskalieren. Besonders nützlich bei eGPU-Setups, da es die GPU-Last reduziert und die Bandbreitenlimitierung weniger ins Gewicht fällt.

E

ECC Memory

Error Correcting Code Memory – Arbeitsspeicher mit automatischer Fehlererkennung und -korrektur. Kommt bei professionellen Workstation-GPUs (NVIDIA RTX Ada) zum Einsatz und ist wichtig für zuverlässige Berechnungen bei AI/ML-Workloads und wissenschaftlichen Anwendungen.

eGPU

External Graphics Processing Unit – eine externe Grafikkarte, die über Thunderbolt, USB4 oder OCuLink mit einem Laptop oder Mini-PC verbunden wird. Ein eGPU-Setup besteht typischerweise aus einem Gehäuse (Dock) mit Netzteil und einer Desktop-Grafikkarte.

eGPU Dock

Ein externes Gehäuse mit Netzteil und PCIe-Slot, das eine Desktop-Grafikkarte aufnimmt und über Thunderbolt/USB4/OCuLink mit einem Computer verbindet. Bekannte Hersteller sind Razer (Core X), Sonnet (Breakaway Box) und Mantiz (Venus).

F

FSR

FidelityFX Super Resolution – AMDs Upscaling-Technologie, vergleichbar mit NVIDIAs DLSS. FSR ist Open-Source und funktioniert auf GPUs aller Hersteller. FSR 3 bietet Frame Generation für deutlich höhere Bildraten.

G

Gbps

Gigabit pro Sekunde – die Einheit für Datenübertragungsraten. Thunderbolt 4 = 40 Gbps, OCuLink = 64 Gbps, Thunderbolt 5 = 80 Gbps. Nicht zu verwechseln mit GB/s (Gigabyte pro Sekunde): 40 Gbps = 5 GB/s.

H

Hot-Plug

Die Fähigkeit, ein Gerät im laufenden Betrieb anzuschließen oder zu entfernen. Thunderbolt-eGPUs unterstützen Hot-Plug unter Windows meist zuverlässig. OCuLink erfordert in der Regel einen Neustart. Bei macOS funktioniert Hot-Plug nur mit AMD-GPUs auf Intel-Macs.

K

Komplettsystem

Ein eGPU-Gehäuse mit fest eingebauter Grafikkarte (z.B. GPD G1, Minisforum DEG1). Kompakt und sofort einsatzbereit, aber die GPU kann nicht ausgetauscht oder aufgerüstet werden. Ideal für unterwegs.

L

LLM

Large Language Model – große Sprachmodelle wie GPT oder LLaMA. Für lokale LLM-Inferenz wird viel VRAM benötigt. Workstation-GPUs mit 16-48 GB VRAM (NVIDIA RTX Ada) eignen sich besonders gut für den Einsatz mit einer eGPU.

O

P

PCIe

Peripheral Component Interconnect Express – der Standard-Busstandard für Grafikkarten in Desktop-PCs. PCIe 4.0 x16 bietet 256 Gbps Bandbreite. eGPU-Verbindungen wie Thunderbolt nutzen nur einen Bruchteil davon (2-4 PCIe Lanes), was den Performance-Verlust erklärt.

PCIe Lanes

Einzelne Datenkanäle einer PCIe-Verbindung. Eine Desktop-GPU nutzt x16 (16 Lanes), Thunderbolt 3/4 bietet effektiv x4 (4 Lanes), OCuLink ebenfalls x4 aber mit höherer Taktrate. Mehr Lanes = mehr Bandbreite = bessere GPU-Performance.

Power Delivery (PD)

Ein USB-C-Standard für Stromversorgung über das Datenkabel. Ermöglicht das Laden von Laptops über das Thunderbolt/USB-C-Kabel des eGPU-Docks. Üblich sind 60-100W. Wichtig: Nicht alle eGPU-Docks unterstützen Power Delivery.

R

Ray Tracing

Eine Render-Technik, die realistische Lichteffekte berechnet. Benötigt viel GPU-Leistung. Bei eGPU-Setups kann Ray Tracing die Bandbreitenlimitierung verstärken, da mehr Daten zwischen CPU und GPU ausgetauscht werden. DLSS/FSR hilft, die Last zu reduzieren.

S

SFX / ATX Netzteil

Formfaktoren für Netzteile. Manche eGPU-Gehäuse (z.B. Razer Core X Chroma) haben ein internes Netzteil, andere (z.B. ADT-Link) benötigen ein externes ATX- oder SFX-Netzteil. Interne Netzteile sind bequemer, externe bieten mehr Flexibilität bei der Wattage.

T

TDP

Thermal Design Power – die maximale Wärmeabgabe einer GPU in Watt. Bestimmt den Stromverbrauch und die benötigte Netzteil-Leistung. Für eGPU-Setups sind effiziente GPUs (unter 200W TDP) oft besser geeignet, da sie weniger Bandbreite beanspruchen und weniger gekühlt werden müssen.

Thunderbolt 3

Die dritte Generation des Thunderbolt-Standards von Intel (2016). Bietet 40 Gbps Bandbreite über USB-C-Stecker. War der erste Standard, der eGPU-Nutzung im Mainstream ermöglichte. Achtung: Manche TB3-Ports bieten nur 20 Gbps (2 PCIe-Lanes statt 4).

Thunderbolt 4

Die vierte Generation (2020). Ebenfalls 40 Gbps, aber mit garantierten 4 PCIe-Lanes, Dual-4K-Display-Support und verbesserten Mindestanforderungen. Der aktuelle Standard für eGPU-Setups und der empfohlene Anschluss für die meisten Nutzer.

Thunderbolt 5

Die neueste Generation (2024/2025). Bietet 80 Gbps bidirektional und bis zu 120 Gbps unidirektional (Bandwidth Boost). Ermöglicht nahezu Desktop-Performance für eGPUs (~92%). Noch wenige Geräte verfügbar, aber zukunftssicher.

U

USB-C

Der physische Stecker-Typ, der von Thunderbolt 3/4/5, USB4 und regulärem USB 3.x genutzt wird. Wichtig: Nicht jeder USB-C-Port unterstützt Thunderbolt oder eGPU! Prüfe die Spezifikationen deines Geräts – Thunderbolt-Ports sind oft mit einem Blitz-Symbol (⚡) gekennzeichnet.

USB4

Ein offener Standard, der auf Thunderbolt 3 basiert. Bietet 20-40 Gbps Bandbreite. Günstiger als Thunderbolt, aber mit variablen Spezifikationen je nach Hersteller. USB4 v2 (2023) erhöht die Bandbreite auf 80 Gbps und ist damit vergleichbar mit Thunderbolt 5.

V

VRAM

Video Random Access Memory – der Arbeitsspeicher der Grafikkarte. Bestimmt, wie viele Texturen und Daten die GPU gleichzeitig verarbeiten kann. Für 1080p reichen 8 GB, für 1440p empfehlen sich 12 GB, für 4K und AI-Workloads 16 GB+. Bei eGPU-Setups ist VRAM besonders wichtig, da Datenübertragungen über die Schnittstelle langsamer sind.